Der 4. Juli in Chicago

Mein Geburtstag fällt praktischer Weise mit dem amerikanischen Nationalfeiertag zusammen und so musste ich mich in diesem Jahr nicht selbst um die Partystimmung kümmern, sondern traf, wo auch immer ich mich befand, auf gut gelaunte Menschen in Feierlaune.

Philipp und die Kinder hatten die tolle Idee, mich mit einem Wochenendtrip nach Chicago zu überraschen. Ich bin allerdings ganz und gar unentspannt, wenn es um die Auswahl meiner Garderobe, durch jemand anderen als meine Wenigkeit geht – zu tief sitzt die Erinnerung daran, als mein Göttergatte mir mal ein paar Sachen ins Spital bringen sollte und es doch tatsächlich geschafft hat, die einzig löchrige Pyjamahose, die sich noch irgendwo in den Untiefen meines Kleiderschrankes befand, hervorzukramen und den säuberlich nach Farben geordneten Stapel intakter Schlafbekleidung zu ignorieren. Gott sei Dank, war ich so vollgestopft mit Schmerzmitteln, dass mir die Peinlichkeit erst so richtig bewusst wurde, als ich schon fast wieder zuhause war.

Man setzte mich nun klugerweise einige Tage vorher über diese Pläne in Kenntnis, so dass ich die Bestückung unseres Gepäcks selbst übernehmen und die Reise in vollen Zügen geniessen konnte.

Chicago ist rund vier Autostunden von uns entfernt. Die Fahrt durch die von beeindruckender Architektur gesäumten Strassen der „Windy City“ ist immer wieder ein Erlebnis und hat bei uns allen die Vorfreude auf den kommenden Tag geweckt. Nach dem Abendessen und einem kurzen Sprung in den Hotelpool ging es, wie sich bald herausstellen sollte, keine Minute zu früh ins Bett.

Am Morgen des 4. Juli erwachte ich nämlich schon sehr früh – ich hatte zwar den Klingelton meines Handys abgestellt, aber, bedingt durch die Zeitverschiebung, begann es bereits um 2 Uhr morgens zu blinken und ich bekam eine Gebutstagsnachricht nach der anderen – Danke noch mal dafür, dass ihr trotz der Entfernung, an mich gedacht habt, liebe Freunde.

Nach dem Frühstück ging es dann gleich rein in die big City. Wir fuhren mit dem Zug in die Stadt und steuerten als erstes das höchste Gebäude Chicagos, den Willis Tower, an. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick über die Stadt und die Glasplattform sollte eigentlich für zusätzlichen Nervenkitzel sorgen. Allerdings wirkt dieser Glasboden nicht ganz so beeindruckend, wenn man vorher in einer dreireihigen Schlange darauf wartet, denselben endlich betreten und das obligatorische Touri-Foto schiessen zu dürfen. Dabei kamen wir in den Genuss, die teilweise enorme fotografische Ausdauer zu beobachten, mit der einige Besucher, mehrheitlich indischer Abstammung, ganze Fotoalben zu füllen schienen.

Zum Essen waren wir in der Cheesecake Factory, die übrigens neben einer schier endlosen Auswahl verschiedener Cheesecakevariationen auch augezeichnete Salate, Vorspeisen und Hauptgerichte serviert. Die Cocktails sind auch absolut zu empfehlen :-)…

Wir liefen bei angenehmen 28°C und strahlendem Sonnenschein zu Fuss durch die Stadt und erreichten gegen Abend das Navy Pier, wo sich schon unzählige feierlustige Amerikaner und Touristen eingefunden hatten, um sich einen guten Platz für das Feuerwerk zu sichern. Die Stimmung war super und das Feuerwerk konnte sich als  krönender Abschluss eines wundervollen Tages definitiv sehen lassen.

Nun, ganz vorbei war es noch nicht… Die Menschenmassen traten erwartungsgemäss alle gleichzeitig den Rückweg an, was automatisch zur Verstopfung der vorhandenen Verkehrswege führen musste. Matteo wurde langsam müde und sass bereits auf Philipp’s Schultern, während ich mich innerlich schon mal auf eine lange Nacht einstellte. Doch diese Sorge war recht unbegründet. Die Chicagoer Polizei hatte alles im Griff. Es flogen Helikopter über die Innenstadt und Polizisten säumten die Strassen zu Fuss, auf Fahrrädern, in Polizeiautos und zu Pferde. Der Besucherstrom wurde mit einer Effizienz, die ich so noch nie gesehen hatte, auf bereits wartende Busse verteilt und mit selbigen zu den Metroknotenpunkten gebracht. Matteo hat sowohl die Bus- als auch die Zugfahrt komplett verschlafen und der Rest von uns ist nach der Ankunft im Hotel ebenfalls müde, aber glücklich ins Bett gefallen.

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Chicago_5 image image image

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imageimageimageimage image image imageAm Sonntag begaben wir uns mit einem Zwischenstopp am Silverlake Beach in St. Joseph am Lake Michigan auf die Rückreise. Wir verbrachten noch ein paar entspannte Stunden am feinsandigen Strand und fuhren dann nach Hause, um unsere Koffer gleich wieder für den Heimaturlaub zu packen…

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Bis bald, ihr Lieben! Wir freuen uns auf euch.

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