Schwanders bei „Auf und davon“ – wie wir beinahe im Schweizer Fernsehen gelandet wären

So langsam wird es ungemütlich bei uns daheim. Wir sitzen zwischen stetig wachsenden Kartonstapeln und versuchen den Überlick darüber zu behalten, was in den Container kommt, was eingelagert wird und was wir selbst im Reisegepäck mitnehmen werden.

paletteLetzten Montag haben wir bereits eine 100Kg Palette mit Luftfracht nach Ann Arbor geschickt, damit wir die ersten Wochen, während der Container noch unterwegs sein wird, einigermassen über die Runden kommen. Wir haben aufblasbare Gästebetten, Duvets, Kissen, Handtücher, Winterstiefel, ein Notfall-Küchen-Set und einige wenige Bücher und Spiele für die Kids in Kisten verpackt und vorausgeschickt.

Inmitten der allgemeinen Hektik, wurden wir vom Schweizer Fernsehen kontaktiert. Regina Buol, die Redakteurin der Sendung  „Auf und davon“ hat uns angerufen und darum gebeten, bei uns vorbei kommen zu dürfen. Mein erster Impuls war, sofort und ohne Umschweife abzusagen, da ich eigentlich noch nie sonderlich angetan von der Vorstellung war, im nationalen Fernsehen zu erscheinen. Chiara hingegen ist ein grosser Fan der Sendung und war sogleich Feuer und Flamme. Wir liessen uns dann breitschlagen und vereinbarten einen unverbindlichen Castingtermin bei uns zuhause.

Da Philipp sich auf einer mehrtägigen Geschäftsreise befand, hatte ich zuerst allein und dann mit den Kindern das Vergnügen, Frau Buol kennenzulernen. Sie erklärte uns, dass die Redaktion für die nächste Staffel 2016 dringend noch nach einer Familie sucht, die der Schweiz den Rücken kehrt. Es spiele dabei nicht unbedingt eine Rolle, ob wir definitiv auswandern oder nach einigen Jahren wieder zurückkehren werden. Eigentlich werden bei „Auf und davon“  vor allem Menschen begleitet, die auswandern und dann im Ausland irgendein mehr oder weniger realistisches Projekt, wie den Bau eines Hauses, Hotels, Ferienressorts, etc. planen. Da wir nichts von alledem vorhaben, war ich etwas verwundert darüber, dass sie uns trotzdem kennenlernen wollte. Wie sich dann herausgestellt hat, war sie sehr angetan von Philipps sympatischer Art – dem Charme meines Mannes kann wohl kaum jemand widerstehn :-). Vielleicht hat Frau Buol auch auf einen zweiten Glücksgriff, wie den mit dem Bieler Förster Hermann Schönbächler  gehofft – ich weiss es nicht.

Wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, was die Motivation der porträtierten Familien ist, sich in nicht immer vorteilhaften Situationen vom Schweizer Fernsehvolk beobachten zu lassen – hier ist der Deal: Es gibt kein Geld. Es gibt auch keine vergünstigten Flüge. Das „Auf und davon“ -Team schickt ein bis zwei Leute zu vier verschiedenen Zeitpunkten für jeweils fünf Tage zu den Kandidaten nach Hause und filmt in dieser Zeit ununterbrochen zwischen Frühstück und Nachtruhe. Es wird ALLES gefilmt und die Kandidaten haben keinerlei Einfluss darauf, was letztendlich gesendet wird. Sie haben auch nicht die Möglichkeit die Sendung zu sehen, bevor sie im Fernsehen läuft.

Für uns sind das keine besonders überzeugenden Argumente. Wir werden also nicht im SRF zu sehen sein. Wenn ihr wissen wollt, was wir so machen, bleibt dran und besucht uns weiterhin exklusiv bei „Schwanders woanders“!

Euch allen eine schöne Woche!

Comments · 2

  1. Schon krass, oder? So scheint das beim Fernsehen auch im Nachbarland zu laufen, denn ich habe von großangelegten Nähshows gehört, wo die Teilnehmer kaum einen Gegenwert (außer zweifelhaften Ruhm und Ehre) erhalten und trotzdem mitmachen. Da bekomme ich bei meinen Blogkooperationen ja mehr und da springt keiner direkt durch’s Privatleben bzw. ich entscheide, wie weit ich die private Tür öffne …

    Viele Grüße,
    ich freue mich über jeden neuen Blogeintrag 🙂

  2. Ja, das dachte ich mir auch. Die Sendung ist zwar bei weitem nicht so krass, wie andere Formate im deutschen Privatfernsehen und man merkt schon, dass versucht wird, die Teilnehmer möglichst sympathisch darzustellen, trotzdem verstehe ich nicht, warum Menschen komplett ohne Gegenleistung enorme Teile ihres Privatlebens offen legen. Einige von ihnen hatten vielleicht die Hoffnung, dass ihre Hotelanlage in Australien dann besser läuft und das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen. Wenn man allerdings kein Tourismusunternehmen betreiben möchte, sind die fünf Minuten Ruhm schon sehr teuer erkauft.

Lasst uns wissen, was ihr denkt!

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