Warum wir froh sind, bei „Auf und davon“ nur Zuschauer zu sein

Auf und davon
Screenshot „Auf und davon“ – die Ruckstuhls

Diejenigen unter euch, die dem Blog schon von Anfang an folgen, werden sich bestimmt erinnern, dass wir mal in der engeren Auswahl für die SRF Doku „Auf und davon“ standen, uns dann aber dagegen entschieden haben. Alle anderen können hier nachlesen, warum ihr unsere Erlebnisse nur via Blog und nicht im landesweiten Fernsehen  miterleben konntet.

Natürlich haben wir es nicht versäumt, uns die diesjährige Staffel anzuschauen – man kann die Sendungen ja alle streamen. Dabei kam ich irgendwie nicht umhin, mich pausenlos erleichtert zu fühlen. Allein beim Gedanken daran, unter Dauerbeobachtung zu stehen, während ich mein Leben mal eben 7000 km westlich wieder von vorn anfange, stellen sich mir die Nackenhaare zu Berge. Das liegt jetzt wahrscheinlich auch daran, dass es bei Schwanders normalerweise deutlich lauter und auch weit weniger hübsch harmonisch zugeht, als bei den Kandidaten, denen wir jetzt beim Leben zuschauen durften.

Die Auswanderei ist ja nicht immer entspannt. Am Anfang muss man sich neu orientieren und erstmal rausfinden, wo man so lebensnotwendige Utensilien, wie ein Telefon, einen Internetanschluss, eine Sozialversicherungsnummer oder einen lokalen Führerschein und ein Bankkonto her bekommt. Ohne die genannten Dinge ist man hier quasi nicht handlungsfähig. Das heisst, gleich nach der Ankunft, rennt man mit den gejetlaggten Kids von Behörde zu Behörde, wartet dort Stunde um Stunde, nur um zu erfahren, dass man noch Formular XY in beglaubigter Übersetzung vorzulegen hat und gerne morgen noch mal vorbei kommen kann. Auch mit zeitlichem Abstand betrachtet waren die Reaktionen darauf in der Regel nicht sehr telegen…

Auch das Familienleben gestaltete sich stressiger als üblich. Philipp war nur zum Essen und Schlafen zuhause und unsere Einrichtung bestand aus Luftmatratzen und Plastikgeschirr. Die Kids haben ungewohnt viel Zeit miteinander verbracht. Ohne adäquates Spielzeug, den gewohnten Freundeskreis und mit einer ständig am Telefon oder vor irgendeinem Bildschirm klebenden Mutter, die versucht hat, die amerikanischen Bürokratie zu überlisten, befanden wir uns hier im Dauerchaos. Irgendwo wurde immer gebrüllt, gekreischt, geschlagen und auf’s Dach gegeben – die Tigerdressur von Remo Müller sah dagegen aus wie ein Spaziergang im Frühling. Man hätte uns wahrscheinlich direkt von „Auf und davon“ zur „Supernanny“ weitergereicht.

Boxing Chiara          Boxing Matteo

Wir sind auch ein Jahr später immer noch froh, auf unsere fünf Minuten Ruhm verzichtet zu haben und uns ganz entspannt vor den Fernseher setzen zu dürfen, um den anderen beim Auswandern zuschauen ;-)…

Auf und davon

Ich habe es übrigens endlich geschafft, die Fotos unseres Sommerferien-Roadtrips zu sortieren. Es gibt ein halbes Jahr später also doch noch einen Reisebericht.

Dranbleiben…;-)

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