Sommerloch

Welcome back to our lives!

Der vielen Nachfragen zu Folge, ist einigen unter euch aufgefallen, dass hier schon lange nichts mehr zu Lesen war. Ihr könnt mir glauben, das war so nicht geplant, aber mitunter stellt sich, frech und ungefragt, das pure Leben zwischen mich und mein Notebook.

Diesem Zustand sage ich hiermit ab sofort den Kampf an. Es wird etwas weniger gelebt und wieder mehr dokumentiert – nicht dass noch jemand auf die Idee käme, wir betreiben die Auswanderei nicht mit dem nötigen Ernst.

Was war los in den letzten Wochen? In der Schule gab es die üblichen Jahresabschlussevents: Field Day – das ist so eine Art Sporttag, Chiara hat an einer Musicalaufführung des Schulchors teilgenommen, Matteo hat in einem spanischen Musikvideo mitgewirkt und einen Report über ein Raubtier geschrieben – die Reports wurde dann den Eltern während eines gemeinsamen Frühstücks präsentiert und dazu mussten sich alle Kinder als das Raubtier in ihrem Report verkleiden (ich musste eine Krokodilsmaske basteln!). Dann gab’s in jeder Schule noch ein Abschluss-Picknick und jede Klasse hat ebenfalls ein gemeinsames Picknick organisiert.

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Nun, es ist kaum zu glauben: Wir haben bereits seit dem 9. Juni Sommerferien! Sommerferien haben hier allerdings einen ganz anderen Stellenwert als in Europa, was allein die Dauer erahnen lässt. Die schönsten Wochen des Jahres dauern hier ganze drei!!! Monate. Ich sehe die entsetzten Gesichter der mitlesenden Mütter unter euch gerade in aller Deutlichkeit vor mir. Da glaubt man es irgendwie geschafft zu haben, wenn die lieben Kleinen die Schulbank drücken und dann DAS! Drei Monate lang, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche obliegen Erziehung und Bildung wieder überwiegend mir und meinem Nervenkostüm.

Ich wusste, wenn wir uns bis Ende des Sommers nicht wechselseitig auf den Mond schiessen wollen, benötige ich dringend einen Plan. Planung an sich ist nicht unbedingt ein Wort welches ich besonders weit oben in die Hitliste von mir geliebter Tätigkeiten einordnen würde, aber besondere Herausforderungen erfordern besondere Massnahmen. Ich machte mir also Gedanken, baute mich vor den Kindern auf und erklärte ihnen in voller Überzeugung, dass drei Monate Sommerferien eine unglaublich lange Zeit sind und ihre Gehirnzellen sich leider in grosser Zahl verabscheiden werden, wenn wir nicht mindestens eine Teil dieser Zeit sinnvoll nutzen. Daraufhin erhielt ich, überraschenderweise, zustimmendes Nicken.

Ich habe, dem Himmel sei Dank, eine fantastische Englischlehrerin gefunden, die die Kids drei mal pro Woche für je eine Stunde unterrichtet. Den Deutschunterricht, den sie im vergangenen Schuljahr verpasst haben, übernehme ich, was auch recht gut läuft, obwohl ich ja persönlich kein Fan von Homeschooling bin. Im Rahmen des Deutschunterrichts lesen wir gemeinsam die ersten beiden Teile von „Harry Potter“ und schaun uns dann die Filme an.

Die hiesige Bibliothek ist übrigens bestens ausgestattet und derzeit unser zweites Zuhause. Dort wird eine Lese-Challenge angeboten, an der wir ebenfalls teilnehmen. Jedes Kind erhält ein Logbuch und trägt dort die Bücher ein, welche es erfolgreich zuende gelesen hat, nach fünf, zehn und fünfzehn Büchern gibt es jeweils eine kleinen Preis. Für jedes weitere Buch kommt der Name des Kindes in einen Lostopf, aus dem am Ende des Sommers Bücher verlost werden. Dieses simple Programm stellt sich als äusserst effektiv heraus und spart mir leidige Disskussionen darüber, warum sich die Kids mühsam durch englische Literatur quälen müssen, anstatt komfortabel in ihrer Muttersprache lesen zu dürfen.

Ansonsten kommt der Spass natürlich auch nicht zu kurz und wir hängen einen guten Teil der Zeit in den hiesigen Freibädern und Parks und in unserem Garten ab.

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imageDa es hier seit Wochen heiss und feucht ist (die Luftfeuchtigkeit beträgt konstant zwischen 80 und 90%), gedeihen die Gartenkräuter prächtig – das Unkraut allerdings auch, weshalb wir auch des Öfteren beim Unkrautjäten anzutreffen sind – einer Beschäftigung, der sich nicht jedes Familienmitglied mit der gleichen Begeisterung widmet. Matteo ist noch ganz gut zu motivieren, Chiara hingegen hat eine derartige Abneigung gegen Gartenarbeit, dass sie stattdessen freiwillig die Badezimmer putzt – auch gut :-).

Wie ihr seht, haben wir den Sommer hier bis jetzt genossen und nächste Woche fliege ich mit den Kids für eine Woche nach Dresden und im Anschluss daran in die Schweiz. Philipp kommt dann auch dazu und gemeinsam geht es direkt weiter nach San Francisco, wo wir unseren dreiwöchigen Roadtrip durch Kalifornien und diverse Nationalparks im Westen starten werden.

Wir wünschen euch allen einen fantastischen Sommer und freuen uns schon darauf, möglichst viele von euch in Deutschland oder in der Schweiz zu sehen.

Sonnige Grüsse… Schwanders

 

 

Comments · 2

  1. Super geschrieben Jana! Danke.
    Deine Berichte sind immer sehr aufschlussreich und interessant. Ich wünsche der „Mutter“ weiter starke Nerven!!
    Opi Jürg

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