Election Day

Endlich, ist er da – der Election Day! Der Tag, an dem die Amerikaner ihren Präsidenten, das Repräsentantenhaus und den Senat wählen.

Falls ihr euch schon mal gefragt habt, warum um alles in der Welt, die Amis ausgerechnet dienstags wählen – das ist auf einen Beschluss von 1845 zurückzuführen. Damals schloss man den Sonntag als Tag des Herrn aus, der Montag galt als Anreisetag (da es in jeder Bezirkshauptstadt nur ein Wahllokal gab, mussten teilweise erhebliche Strecken zurückgelegt werden). Der Donnerstag kam nicht in Frage, weil an diesem Tag die damals nicht ganz so beliebten Briten ihr Parlament wählten. Freitags musste man sich auf den Samstagsmarkt vorbereiten. Es blieben also nur noch der Dienstag und der Mittwoch. Schlussendlich entschied man sich für den Dienstag nach dem ersten Montag im November.

Mittlerweile können die Wähler in vielen Bundesstaaten ihre Stimme auch schon früher abgeben, allerdings nicht in Michigan, hier hat man zwischen 7.00 Uhr morgens und 8.00 Uhr abends die Gelegenheit abzustimmen und kann nur dann per Briefwahl wählen, wenn es einen triftigen Grund (z.Bsp. eine Auslandsreise) dafür gibt.

In den meisten Umfragen von gestern Abend lag Hillary Clinton mit 4% Punkten vorn, da die Ergebnisse allerdings von zweifelhafter Aussagekraft sind und auch gestern noch die Unentschlossenen die grösste Wählergruppe ausmachten, fanden die Rallys beider Kandidaten erst am späten Abend ein Ende.

Bis zur letzten Minute wurde verbissen um die Gunst der Wähler gekämpft. Michigan zählt noch knapp zu den Swing States , deshalb hat Präsident Obama gestern Mittag in Ann Arbor noch versucht mit seiner Wahlkampfrede für Hillary Clinton alle verfügbaren Demokraten zu mobilisieren. Da wir ja nicht wählen können und so auch nicht zu den registrierten Demokraten gehören, denen die Tickets online gratis angeboten wurden (man musste sich anmelden), bekamen wir zu spät mit, dass der Präsident uns die Ehre erweist. Wir hätten uns das ganz sicher live angesehen…

Die Stimmung im ganzen Land ist angespannt und egal, wo man hinkommt, überall fordern sich die Menschen gegenseitig dazu auf, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Den ersten Hochrechnungen zufolge wird es wohl eine Rekordwahlbeteiligung geben, denn eins ist allen klar: Jede Stimme zählt! Hillary Clinton liegt zwar leicht vorn, aber beide Kandidaten haben realistische Gewinnchancen. So unglaublich das für die meisten Europäer klingen mag, aber schon morgen könnten wir uns mit der Tatsache konfrontiert sehen, dass Donald Trump an der Spitze der Vereinigten Staaten von Amerika steht – das klingt gruselig, ist aber leider wahr.

Für diejenigen, die sich beim besten Willen nicht für einen der beiden Hauptakteure entscheiden können, gibt es immer noch die unabhängigen Kandidaten. Warum die aber jetzt auch nicht wirklich wählbar sind erklärt John Oliver in diesem Video sehr anschaulich :-)…

Meine erste Wahl wäre ganz klar auf Bernie Sanders gefallen, den einzigen Kandidaten in der Geschichte der Vereinigten Staaten, der jemals unabhängig von der Industrie- und Finanzlobby war und seine Kampagne komplett mit Kleinspenden von Privatpersonen finanziert hat. Da er nicht mehr zur Wahl steht und sich schlussendlich hinter Frau Clinton gestellt hat, hoffe ich, dass seine Anhänger ihm folgen werden, selbst wenn es ihnen nur darum ginge, Mr. Trump in seine Schranken zu weisen. Vielleicht ist Amerika in vier Jahren ja endlich bereit für eine echte Veränderung…

Wisst ihr was am Donnerstag ist?  –  Der offizielle Beginn der Wahlkampfperiode für die Präsidentschaftswahl 2020! Nach der Wahl ist vor der Wahl ;-)…

Lasst uns wissen, was ihr denkt!

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